17
Oktober
2016
|
10:58
Europe/Amsterdam

Willemstads Ortsteile: Otrobanda

Zusammenfassung

Curaçaos Hauptstadt Willemstad zeichnet sich nicht nur durch die berühmten bunten Gebäude aus, sondern hat bei einem genaueren Blick noch sehr viel mehr zu bieten. Streift man durch die Straßen und Gassen, bemerkt man schnell, dass die einzelnen Viertel ihren ganz eigenen Charme haben und sich deutlich von den anderen abheben. Worin genau liegen aber die Unterschiede? Eine kleine Serie zu den verschiedenen Stadtteilen wird in den kommenden Ausgaben des Newsletters darüber Aufschluss geben. Los geht es heute mit Otrobanda, der „anderen Seite“. 

Die andere Seite entdecken
Die Sint Anna Bucht teilt Willemstad in zwei große Distrikte: Punda im Osten und Otrobanda im Westen, welcher hier nun genauer betrachtet werden soll. Gut 70 Jahre nachdem die erste Siedlung entstanden war, aus der Willemstad erwuchs, wurde 1707 die Baugenehmigung für Otrobanda erteilt. An der Breedestraat wurden die für die damalige Zeit so typischen Kolonialhäuser gebaut, in deren Erdgeschoss sich die Geschäftsräume und in den oberen Stockwerken die Wohnräume befanden. Nur unweit dieses Händlerzentrums entwickelte sich in der Folge eine prächtige Wohngegend mit imposanten Villen.

Sich beim Schlendern in den Gassen verlieren, kann man in Otrobanda fast wörtlich nehmen, denn der Ortsteil gleicht einem Labyrinth verschlungener Straßen, an deren Ecken es immer ganz neue Blickwinkel zu entdecken gibt. Im 18. und 19. Jahrhundert wurden einige der geräumigen Hinterhöfe mit bescheideneren Wohnquartieren und Handwerksläden bebaut – das erste Arbeiterviertel der Stadt war im Entstehungsprozess.

Boutique-Hotel und Sklavereimuseum
Für lange Zeit galt Otrobanda als ärmeres Stadtviertel, was sich jedoch nach der Jahrtausendwende grundlegend geändert hat. Im Jahr 2001 hat der niederländische Unternehmer Jacob Gelt Dekker ein großes Areal alter Bauten komplett restauriert und unter anderem ein pittoreskes Boutique-Hotel entstehen lassen. Außerdem befindet sich hier auch das Kura Hulanda Museum, das sich umfassend mit der Sklavereigeschichte befasst und Besuchern ermöglicht, die bewegte Historie der Insel eindrücklich nachzuerleben.

Ein weiteres Highlight bildet das Rif Fort, welches aus dem 19. Jahrhundert stammt und einst 56 Kanonen zum Schutz der Insel in seinen anderthalb Meter dicken Wänden aus Korallenkalk beherbergte. Heute bereitet das Rif Fort mit seiner breit gefächerten Auswahl an Geschäften im Renaissance Mall und gastronomischen Einrichtungen einen herzlichen Empfang. Von Donnerstag bis Samstag kann man zudem ein abendliches Unterhaltungsprogramm inmitten des Forts genießen.

Wer übrigens nach erfolgreich vollendeter Sightseeing-Tour einen kühlen Drink zu sich nehmen möchte, sollte in der Netto Bar im Herzen Otrobandas vorbeischauen. Hier gibt es den berühmten grünen Rum („Rom Berde“), den man sich hier umgeben von Einheimischen aller Altersklassen in authentischem Ambiente gönnt.

Weswegen dieser lebhafte Stadtteil aber ursprünglich als „die andere Seite“ bezeichnet wurde, wird im November verraten, wenn es über die Königin-Emma-Brücke nach Punda auf die andere Seite der St. Anna-Bucht geht.