17
Oktober
2016
|
11:12
Europe/Amsterdam

Caribbean Soul Food: Sommergefühle im Winter mit karibischen Köstlichkeiten

Zusammenfassung

Die Tage werden kürzer, das Wetter ungemütlich. Im kalten europäischen Winter wünscht man sich oft sehnlichst eine Portion Karibikfeeling für gute Laune und Sommerstimmung herbei. Neben Musik sind insbesondere Speisen besonders prädestiniert dafür, die Seele zu wärmen, wenn es draußen stürmt und regnet. 

Die Küche Curaçaos ist ebenso bunt und vielfältig wie die Insel selbst und spiegelt die vielen kulturellen Einflüsse des Landes wider. Die Kombination europäischer Einflüsse und exotischer Gewürze macht die sogenannten „Krioyo“-Gerichte so besonders. Besonders beliebt sind Suppen, Stews und Fischgerichte sowie Funchi, ein Polenta-ähnliches Gericht aus Maismehl – reichhaltiges Essen, das auch bei kalten Temperaturen Körper und Geist wärmt, am besten in Kombination mit einer scharfen Hot Sauce, auf Curaçao Pika genannt.

Auch die europäische Note, hier gibt insbesondere Holland den Ton vor, macht die Küche der karibischen Insel so gut geeignet für kalte Tage. So ist zum Beispiel Keshi Yena ein traditionelles Gericht aus Curaçao und bedeutet sinngemäß „gefüllter Käse“. Ursprünglich ein Mahl zur Resteverwertung – man füllte die übrig gebliebenen Käserinden mit allerlei Fleisch und Gemüse – wird Keshi Yena in seiner verfeinerten Form heute in den besten Restaurants der Insel serviert, kann an einem kalten deutschen Herbsttag aber auch gut als Auflaufersatz dienen.

Neben Eintöpfen (stobas) sind auf Curaçao auch Suppen fester Bestandteil der typischen Hausmannskost. Von vertrauten Gerichten wie Sopi di galiña (Hühnersuppe), Sopi di piska (Fischsuppe), oder Sopi di mariscos (Meeresfrüchte) bis hin zu eher ungewöhlichen Geschmacksrichtungen und Konsistenzen wie Sopi kadushi (Kaktussuppe) und Jambo (Okra) – auf Curaçao wird fleißig gelöffelt. Das Rezept für eine kräftige Sopi di karni (Rindersuppe) kommt vom Blog „Antilliaans Eten“ aus Holland.

Sopi di karni (Rindfleischsuppe)

Für die Bouillon:
500 Gramm Suppenfleisch aus der Hüfte
2 Rinder-Markknochen
1 Zitrone
2,5 Liter Wasser
1 Zwiebel, halbiert
1 Möhre, geschält und gewürfelt
2 Stangen Sellerie
5 Brühwürfel (Rind oder Gemüse)
1 Teelöffel gemahlener schwarzer Pfeffer oder 20 Pfefferkörner
Öl oder Butter zum Anbraten des Fleisches

Für die Suppe:
1 Zwiebel, gewürfelt
1 Bund Schnittsellerie
1 rote Paprika, fein geschnitten
2 Lorbeerblätter
3 Möhren, grob gewürfelt
2 Maiskolben, in 2 Zentimeter dicken Scheiben
3 Kartoffeln, geschält und gewürfelt
1 Madame Jeanette Chili (nach Geschmack)
¼ Kürbis, geschält und gewürfelt
1 grüne Kochbanane, in 2 Zentimeter dicken Scheiben
3 Zweige frischer Thymian oder 1 Teelöffel getrockneter Thymian
½ Teelöffel Kuminpulver
50 Gramm Vermicelli oder Fadennudeln

Zubereitung:
Das Fleisch mit Wasser und Zitronensaft abwaschen und trockentupfen. Dann Öl oder Butter in einer Pfanne erhitzen und das Fleisch scharf anbraten.

Fleisch, Wasser, Zwiebeln, Möhren und Sellerie in einen Topf oder eine große Pfanne geben, außerdem die Brühwürfel und den Pfeffer hinzufügen. Bouillon zum Kochen bringen, Schaum gegebenenfalls mit einer Kelle abschöpfen (Tipp: Eine Eierschale mitkochen, um das Trübwerden zu verhindern). Die Bouillon 90 Minuten lang bei niedriger Hitze kochen lassen, dann den Topf von der Flamme nehmen.

Fleisch und Markknochen aus der Bouillon nehmen und zur Seite legen, die Bouillon durchseihen und Grün und Eierschale wegwerfen.

Dann die Bouillon mit Fleisch und Markknochen erneut zum Kochen bringen und die restlichen Zutaten (bis auf die Nudeln) hinzufügen. 30 Minuten kochen lassen, bis alle Bestandteile fast gar sind, dann mit den Nudeln weitere 5 Minuten kochen lassen. Zum Schluss die Markknochen aus der Suppe nehmen und servieren. Bon appetit (wie man auch auf Papiamentu sagt)!